Klein, aber Klipsch? – Der Austin Mini-Lautsprecher im Test

Klipsch, in der Welt des Premium-HiFi eine Legende, wagt mit einem überraschenden Vorstoß den Schritt in das kleinste Segment. Der Klipsch Austin ist da – und er bricht mit den monumentalen Maßen, für die der Hersteller bekannt ist. Er komprimiert den berühmten US-Sound in ein Gehäuse von gerade einmal 400 Gramm. Doch reicht der klangvolle Name aus, um sich gegen die Dominanz von Marshall und JBL zu behaupten?

Design: Für das Gelände gebaut

Der Austin ist kein bloßes Accessoire für das Regal. Das nur 10,5 cm große, gummierte Gehäuse ist nach IP67 zertifiziert, was ihn immun gegen Staub und Wasser macht. Dank der praktischen Gummiszustraps lässt er sich an fast allem befestigen – vom Rucksackriemen bis zum Fahrradlenker. Die minimalistische, kubische Form strahlt eine moderne und zugleich funktionale Eleganz aus.

Klangqualität: Der Triumph der Mitten

Während die Konkurrenz oft versucht, mit künstlich aufgepumpten Bässen zu punkten, setzt der Klipsch Austin auf Klarheit. Das Zusammenspiel aus einem Breitbandtreiber und zwei Passivmembranen glänzt besonders bei akustischen Genres und Podcasts. Stimmen wirken warm und detailreich, die Sprachverständlichkeit ist kristallklar. Wer jedoch donnernde Bässe für die Outdoor-Party sucht, wird enttäuscht: Die untere Grenzfrequenz von 70 Hz steht eher für Präzision als für erschütternde Tiefen.

Smarte Features und Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit von 12 Stunden liegt im Klassendurchschnitt, doch der Austin hat eine Überraschung parat: die Reverse-Charging-Funktion. Wenn dem Smartphone am Ende einer Wanderung der Saft ausgeht, fungiert der Lautsprecher als Powerbank. Für das Feintuning steht die Klipsch Connect App bereit, über die sich individuelle EQ-Profile erstellen lassen.


Redaktionelles Experten-Fazit

„Der Klipsch Austin ist ein mutiger und stilvoller Einstieg in das Mini-Segment, aber er ist nicht für jeden gemacht. Während der Marshall Willen II mit seinem rockigen Charakter und die JBL Go-Serie mit Massentauglichkeit punkten, zielt der Austin auf den anspruchsvollen Reisenden ab. Aus fachlicher Sicht sind die Klangreinheit und die Materialqualität hervorragend. Aufgrund der eingeschränkten Bedienelemente am Gerät (kein Track-Skipping möglich) und des dezenten Bassfundaments empfehlen wir ihn jedoch primär Nutzern, denen Portabilität und Sprachqualität wichtiger sind als der reine Party-Faktor.“

Nach oben scrollen